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Finance-News

 

Warum das Wachstum bei Private Equity nur kurzfristig leiden dürfte  17.06.20 capinside

Börsengehandelte Anlageformen kamen im Zuge der Corona-Krise zum Teil böse unter die Räder. Anders die Situation bei Private-Equity-Investments. Manche Risikokapital-Anlagen könnten jetzt sogar profitieren.

Stabilität im Portfolio sowie eine deutliche Reduzierung des Risikos – das sind für viele Anleger neben einer attraktiven Rendite die wichtigsten Ziele bei einem Investment in Private Equity. Dafür nehmen sie Nachteile wie etwa die Illiquidität in Kauf. Die Corona-Krise und den damit zusammenhängenden Konjunktureinbruch stellt nun jedoch die Assetklasse und viele Portfoliounternehmen vor einer echten Bewährungsprobe.

Deshalb halten derzeit auch viele Private Equity-Firmen die Füße still. Denn wie stark die Unternehmensbewertungen tatsächlich sinken werden, ist derzeit noch nicht absehbar. Vielen Unternehmen fällt es schwer, einen verlässlichen EBITDA-Forecast für 2020 aufzustellen.

Warum der Vergleich zur Finanzkrise gut ausfällt

Nach Ansicht von FERI Trust sollte den Investoren jedoch der Vergleich zur Finanzkrise Mut machen. Damals sei das Transaktionsvolumen ebenfalls stark abgefallen. Exit-Prozesse mussten verschoben werden und die Beteiligungen wurden länger gehalten als ursprünglich vorgesehen. Der Rückblick zeigt laut FERI aber auch, dass sich die Private Equity-Märkte relativ schnell erholten. Ein Großteil der Private Equity-Manager sei sogar gestärkt aus der Finanzkrise hervorgegangen. Eine Vielzahl von Analysen zeigen laut FERI, dass Investitionen, die in den Jahren 2009 bis 2012 getätigt wurden, mit die höchsten Renditen erzielten.

„Einiges spricht dafür, dass sich dieses Muster jetzt wiederholen wird. Insgesamt dürfte das Wachstum der Beteiligungsbranche durch die Corona-Krise nur vorübergehend verlangsamt werden“, sagt Sven Czermin, Co-Head of Private Equity von FERI Trust. Für eine relativ schnelle Erholung spreche auch, dass Private Equity-Investoren über sehr viel Dry Powder verfügen.

Investitionsvolumen dürfte wieder steigen

Während die Kassen also gut gefüllt sind, warten gleichzeitig liquiditätsschwache Unternehmen, die nach der langen Niedrigzinsphase hoch verschuldet sind, auf Finanzspritzen bzw. Kapitalgeber. Auch deshalb ist zu erwarten, dass die Investitionen in Private Equity auf mittlere Sicht weiter zulegen werden.

Der Datenanbieter Preqin schätzt, dass das weltweit verwaltete Vermögen von 10 Billionen US-Dollar im vergangenen Jahr auf 14 Billionen US-Dollar im Jahr 2023 steigen könnte. Aktuelle Befragungen, die im April 2020 durchgeführt wurden, lassen zudem darauf schließen, dass die Mehrzahl der Investoren an ihren langfristigen Allokationsplänen festhalten wollen.

Chancen für spezialisierte Investoren

Und nicht nur das: Ähnlich wie in den Jahren nach 2008 dürften die Käufer bald damit beginnen, nach chancenreichen Investments Ausschau zu halten. „Gerade bei Primärtransaktionen und bei kleineren Transaktionen könnten sich für spezialisierte Investoren in den kommenden Monaten wieder attraktive Kaufgelegenheiten ergeben“, erläutert Czermin.

Viele Private Equity-Häuser hätten eine hohe operative Expertise und seien aufgrund ihrer Spezialisierung in der Lage, Trends zu identifizieren und in Investments umzusetzen. Durch Corona hätte auch die digitale Transformation einen Schub erhalten, so dass Technologieinvestitionen aktuell attraktive Wachstumschancen bieten.

Quelle; Heino Reents, Chefredakteur Capinside 17.06.2020

 

 

Tech-Boom nach der Krise: Warum die Welt jetzt auf Digital umstellt    Lukas M. Hofer, Capinside 30.04.20

Die Corona-Krise ist ein Stresstest für die Digitalisierung. Sie wird Unternehmen zum Umdenken zwingen und neue Ideen und Geschäftsmodelle hervorbringen. Warum die Welt jetzt auf Digital umstellt – und wie Anleger davon profitieren. 

Die Krise als Chance nutzen! Das fällt oft nicht leicht, vor allem, wenn man zu Hause eingesperrt ist und ringsherum das Leben zum Stillstand kommt. Doch auch in dieser Krise gibt es Chancen. Sie wird unser Leben maßgeblich verändern, und wo Veränderung notwendig ist, da entstehen neue Möglichkeiten.

Wer heute im Home Office sitzt, bekommt das bereits deutlich zu spüren. Persönliche Treffen finden nicht mehr statt und der Zugang zum gewohnten Büro ist nicht mehr möglich. Damit sind wir auf digitale Technologien angewiesen. Zum ersten Mal sind digitale Plattformen kein Spielzeug für Millennials mehr, sondern für den Geschäftsbetrieb absolut unabdingbar.

Die digitale Transformation ist noch nicht im Mainstream angekommen

Digitalisierung war schon in den letzten Jahren mehr als nur ein Schlagwort. Unternehmen haben verstärkt digitale Initiativen und Pilotprojekte gestartet und immer mehr Start-ups entwickeln digitale Geschäftsmodelle. Der große Durchbruch blieb bislang aber aus und die digitale Transformation geht eher im Schleichtempo voran.

Das zeigt sich zum Beispiel im Bankensektor. Online-Banking hat mittlerweile zwar fast jeder; das war‘s dann aber auch schon. Zwar spricht man auch in Banken-Türmen gerne von „Digital Banking“, die Angebotspaletten der meisten Banken zeigen jedoch ein anders Bild: Manuelle Prozesse, Papierkram und lange Wartezeiten sind die Leiden des Bankkunden.

Das wissen auch die neuen „Challenger-Banken“ und “Fintechs”, die sich die digitale Lethargie der Banken zunutze machen. Firmen wie N26, Revolut oder Transferwise überzeugen mit ihren digitalen Angeboten und gewinnen Marktanteile. Sie werden mit Sicherheit zu den Gewinnern der Corona-Krise zählen.

Den Finanzmarkt haben sie aber noch nicht erobert, denn im Vergleich zu großen Banken haben sie kaum Marktmacht. Die digitale Transformation muss sich deshalb vor allem auch bei etablierten Unternehmen durchsetzen, sowohl im Bankensektor als auch in anderen Industrien.

Die Chance für Anleger: Wachstum durch Digitalisierung

Unternehmen, Schulen, Behörden und private Haushalte müssen sich jetzt im Umgang mit digitalen Technologien üben. Damit wird die Corona-Krise zu einer Art Stresstest für die Digitalisierung, der die Schwächen analoger Systeme und manueller Prozesse offenlegt. Der dadurch erzwungene Lernprozess wird die Gesellschaft zum Umdenken zwingen und neue Ideen und Geschäftsmodelle hervorbringen.

Von diesem Drang zur Digitalisierung werden kurzfristig vor allem digitale Dienstleister profitieren, die ihre Software-as-a-Service-Plattformen als Lösungen zur Verfügung stellen. Firmen wie Hubspot, Salesforce, Shopify oder Software-Giganten wie Amazon und Google, aber auch kleinere mittelständische digitale Dienstleister, werden zu den Gewinnern zählen. Schaut man sich zum Beispiel Amazons Aktienkurs (Candles) in den letzten Tagen im Vergleich zum S&P 500 (orangene Linie) an, dann hat sich die Aktie vergleichsweise gut entwickelt.                Quelle: Capinside

 

 

 

Eigenkapitalstandards Basel IV könnte Kreditvergabe an den Mittelstand gefährden    14.02.20

 

Europäische Banken sollen Firmenkredite künftig mit mehr Kapital hinterlegen. Die Wirtschaft befürchtet Engpässe bei der Unternehmensfinanzierung.

 

Die Empfehlungen aus Basel werden in EU-Recht umgesetzt. Brüssel Weltberühmte Kunstmuseen, eine pittoreske Altstadt und die alemannische Fasnacht: Basel ist eine Attraktion für Touristen. Für Banker hat der Name der Schweizer Stadt keinen so guten Klang. Basel beheimatet nämlich auch den Interbankenausschuss. Seit Mitte der Siebzigerjahre entwickelt dieses Gremium Eigenkapitalstandards für die Geldbranche – und die werden immer strenger: Basel III haben die Banken gerade erst verdaut, da kommt auch schon Basel IV.

 

Die EU-Kommission arbeitet derzeit daran, die jüngsten Empfehlungen des Baseler Interbankenausschusses in EU-Recht umzusetzen. Bis zur Sommerpause will der zuständige Kommissionsvize Valdis Dombrovskis eine Novelle der Capital Requirements Directive (CRD IV) nebst zugehöriger Verordnung (CRR) vorschlagen. Die europäische Wirtschaft wartet gespannt darauf, was da kommen wird. 

 

Eins steht schon fest: Die Banken werden auf jeden Fall gezwungen sein, ihr Eigenkapital noch einmal kräftig aufzustocken. Die EU-Bankenaufsicht Eba schätzte den zusätzlichen Eigenkapitalbedarf aller europäischen Banken auf insgesamt 135 Milliarden Euro. Auch Industrieunternehmen sind betroffen. Die Angst geht um, dass sich Firmenkredite für mittelständische Unternehmen deutlich verteuern könnten. In EU-Finanzkreisen ist sogar von einer drohenden Kreditklemme die Rede. 

 

Die Nervosität wächst. Im Januar schaltete sich der europäische Industrie-Dachverband Businesseurope ein. Die EU benötige eine „maßgeschneiderte Umsetzung“ der jüngsten Baseler Empfehlungen, warnte Markus Beyrer, geschäftsführender Direktor des Verbands in einem Brief an Dombrovskis. Es sei zwar richtig, mit neuen Aufsichtsregeln die Stabilität der Finanzmärkte zu befördern. Doch die „Finanzierungsbedürfnisse der Unternehmen“ etwa für Investitionen müssten auch berücksichtigt werden.  

 

Deutlicher wird der deutsche Privatbanken-Verband BdB. „38 Prozent mehr Eigenkapital für die deutschen Banken sind kein Pappenstiel“, meint BdB-Hauptgeschäftsführer Christian Ossig und fordert: „Es muss deutlich weniger werden, denn eine solche Erhöhung hätte erhebliche Auswirkungen auf die Kreditvergabe an Unternehmen“. Betroffen sei insbesondere der deutsche Mittelstand, der über kein externes Rating verfügt. „Für diese Unternehmen ist Basel IV ein harter Schlag“, so Ossig. 

 

Rund 70 Prozent der deutschen Unternehmen verzichten darauf, ihre Bonität von einer Ratingagentur bewerten zu lassen. Auch große mittelständische Unternehmen sparen sich die hohen Ausgaben für eine Benotung durch S&P oder Moody’s.

 

Bisher war das kein Problem: Die Hausbank bewilligt in der Regel auch so die nötigen Kredite zu vertretbaren Konditionen. Wenn es kein externes Rating gibt, bewerten die Geldinstitute das Ausfallrisiko und die davon abhängige Kapitalhinterlegung individuell mithilfe sogenannter interner Modelle. 

 

Untergrenze für interne Modelle

 

An dieser Tradition des deutschen Bankwesens rüttelt Basel IV – wobei die EU-Kommission diesen Begriff gar nicht verwenden mag. Es handele sich lediglich um „die Finalisierung von Basel III“, heißt es in Brüssel. Im bereits vorhandenen Basel-III-Regelwerk werde ein „letztes Stück hinzugefügt“.

 

Dieses Stück sei allerdings so bedeutsam, dass man von Basel IV sprechen müsse, wenden die Banken ihrerseits ein. Denn der Interbankenausschuss habe empfohlen, die Nutzung interner Modelle für Firmenkredite drastisch einzuschränken. 

 

Den neuen Baseler Vorgaben zufolge soll bei den internen Modellen eine Untergrenze eingezogen werden – der sogenannte Output Floor. Das Risikogewicht eines Kredits darf diese standardisierte Untergrenze nicht unterschreiten. Das kann zu einer höheren Eigenkapitalunterlegung führen – und zwar insbesondere für Darlehen an Kunden mit hoher Bonität.

 

„Die Übertragung der neuen Regeln in europäisches Recht kann zu einer signifikanten Verschlechterung der Konditionen in der Unternehmensfinanzierung führen“, warnt Klaus Deutsch, Chefvolkswirt des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Die Finanzierungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft müsse erhalten bleiben. „Dies gilt umso mehr in Anbetracht der großen Investitionen, welche mit der Digitalisierung oder der wirtschaftlichen Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit verbunden sind.“

 

Die Botschaft ist in der EU-Kommission durchaus angekommen. Man sei sich des Problems bewusst, heißt es in Kreisen der Behörde. Man werde sich bemühen, die Sorgen der Wirtschaft zu berücksichtigen und die Vorgaben aus Basel entsprechend auslegen. Komplett über Bord werfen will die Kommission den umstrittenen Output Floor allerdings nicht. Eine für die europäische Wirtschaft vertretbare Lösung sei innerhalb der Baseler Vorgaben möglich, sagte ein EU-Diplomat dem Handelsblatt. 

 

Die deutsche Kreditwirtschaft wird damit wahrscheinlich nicht zufrieden sein. Sie würde den Output Floor am liebsten nur als Backstop, also als Auffangnetz einsetzen, wenn eine Bank ihre internen Modelle ungewöhnlich aggressiv berechnet. Frankreich und Dänemark würden diese Lösung befürworten, hieß es in Brüssel. Dass die Kommission so stark von den Baseler Vorgaben abweicht, gilt in Finanzkreisen gleichwohl als unwahrscheinlich. 

 

Der für den Frühsommer erwartete Vorschlag der Kommission ist allerdings noch nicht das Ende der Geschichte. Anschließend muss der Entwurf vom EU-Finanzministerrat und vom Europaparlament abgesegnet werden. Dort dürfte es auf jeden Fall noch Änderungen geben. Inkrafttreten wird Basel IV frühestens im Jahr 2026. 

 

Quelle: Handelsblatt 14.02.20

 

 

Private Equity: Es muss nicht immer die Großtransaktion sein!   22.01.20

 

Viele Private Equity-Gesellschaften setzen auf nicht-börsennotierte Unternehmen und erwerben Mehrheitsbeteiligungen, um durch gezielte Eingriffe ins Management die Ergebnisse zu optimieren. Diese Transaktionen lassen sie sich etwas kosten.

Die Nachrichten über große Private-Equity-Transaktionen reißen nicht ab. So hat sich die Londoner Börse kürzlich den Datendienstleister Refinitiv einverleibt. Kaufpreis: 27 Milliarden US-Dollar. Noch deutlich mehr, nämlich 99 Milliarden Dollar, hat sich der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb die Übernahme des Wettbewerbers Celgene kosten lassen. Und der Zahlungsdienstleister Global Payments hat für 21,5 Milliarden Dollar den Konkurrenten Tsys geschluckt.

Auch in Deutschland gab es zuletzt einige interessante Deals, wenn auch nicht ganz in dieser Größenordnung: Die Wiesbadener Softwarefirma P&I wurde für zwei Milliarden Euro an den Investor Hg Capital verkauft und der Industriedienstleister Currenta ging für 3,5 Milliarden Euro an die Investmentbank Macquarie. Und KKR als eine der größten Beteiligungsgesellschaften der Welt vergangenes Jahr ist beim deutschen Medienunternehmen Springer eingestiegen. Die Enkel des Verlegers Axel Springer haben 3,7 Prozent der Firmenanteile an KKR verkauft. Das alles sind nur einige Beispiele von vielen.

Wettbewerb um den deutschen Mittelstand ist ungebrochen

Dabei sind diese Großtransaktionen gar nicht der Fokus vieler Gesellschaften. Denn oftmals spielt sich Private Equity bei Mittelständlern ab, wie beispielsweise die Beratungsgesellschaft Rödl & Partner herausstellt. Die für die Studie „Deutsche Beteiligungsbranche 2018“ befragten Beteiligungsgesellschaften investieren überwiegend in mittelständische Unternehmen mit einem Transaktionsvolumen von bis zu 50 Millionen Euro.

Der Wettbewerb um die Filetstücke des deutschen Mittelstandes ist intensiv. Sowohl Finanzinvestoren als auch strategische Investoren aus dem In- und Ausland finden in Deutschland ein attraktives Investitionsumfeld. Zumal sie bei den potenziellen Übernahmeobjekten durchaus auf Gegenliebe stoßen: „Die Bereitschaft inhabergeführter Unternehmen, Private Equity-Investoren aufzunehmen, hat sich über die Jahre immer weiter erhöht. Dazu beigetragen haben auch viele positive Unternehmenstransaktionen der Beteiligungsbranche in der Vergangenheit, die den Mehrwert eines solchen Finanzierungspartners verdeutlicht haben“, heißt es bei Rödl & Partner.

Zahlreiche Beispiel können dies verdeutlichen. Douglas, Schustermann und Borenstein, Grohe, Rossmann, Rodenstock, Blau.de, Homann Feinkost, Maredo, Runners Point, Fielmann oder auch Leica: Viele bekannte Namen aus dem deutschen Top-Mittelstand haben oder hatten Private-Equity-Investoren im Boot.

 

Private Equity-Manager wollen das Wachstum in den Unternehmen ankurbeln

Aber warum ist das so? Aus welchem Grund sind nicht-gelistete Unternehmen für Private Equity-Gesellschaften besonders interessant? „Die Häuser erwerben Mehrheitsbeteiligungen an den Zielunternehmen und wollen über ihren Einfluss auf der Gesellschafterebene Mehrwerte generieren“, erklärt Moritz von Rhein, der beim digitalen Vermögensverwalter LIQID den Bereich Private Equity verantwortet. Mit ihrer Expertise könnten Private Equity-Manager das Wachstum in den Unternehmen ankurbeln und neue Ertragspotenziale heben. „Mit Eingriffen in das operative Geschäft versuchen sie, den Unternehmenswert zu erhöhen“, so von Rhein.

LIQID ist einer von ganz wenigen Anbietern, der für vergleichsweise kleines Geld den Einstieg in Private Equity ermöglicht: Ab 200.000 Euro bietet LIQID auch Privatkunden Investments in Private Equity-Fonds an. Kunden müssen dabei nicht alles auf eine Karte setzen. Ihr Geld wird in acht bis 15 Zielfonds investiert, die wiederum selbst in insgesamt mehr als 150 Unternehmen engagiert sind. Das eröffnet Anlegern breit gestreute Investmentpotenziale.

 

Familienunternehmer interessieren sich immer mehr für Private-Equity-Gesellschaften

Ein weiteres Argument für die Engagements in nicht-börsennotierten Unternehmen, die ja häufig mit dem (international tätigen) Mittelstand gleichzusetzen sind: Die Investments sind äußerst lukrativ: Zehn, 15 oder sogar 20 Prozent Rendite sind keine Seltenheit. Die Rendite kommt aber durch den späteren Weiterverkauf der Unternehmen zustande – entweder an einen anderen Investor oder durch den Gang an die Börse.

Familienunternehmer wissen um den Mehrwert, den Private Equity-Gesellschaften generieren können: „Lange Zeit mieden Familienunternehmen Finanzinvestoren wie der Teufel das Weihwasser. Doch Zeiten ändern sich: In den vergangenen Jahren hat sie ihren Ruf merklich aufgebessert und sich als wertschöpfender aktiver Gesellschafter und operativer Partner auf Augenhöhe auf dem Markt etabliert“, heißt es in der PwC-Studie „Private Equity in Familienunternehmen: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?“ vom Herbst 2019.

Knapp drei Viertel der Befragten der Studie sind sich sicher, dass Private-Equity-Investoren dank ihres Know-how Unternehmen operativ verbessern und ihre Gesamtleistung erhöhen. Zudem sind 61 Prozent der Entscheider der Meinung, dass Finanzinvestoren nicht nur den kurzen, sondern den nachhaltigen Unternehmenserfolg anstreben. „Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass die Manager der von uns investierten Private-Equity-Fonds weiterhin sehr interessante Übernahmeziele finden und nachhaltige Renditen erwirtschaften können“, betont auch Moritz von Rhein.

Quelle: Patrick Peters Wirtschaft & Unternehmen 22.01.2020

 

 

McKinsey errechnet Schreckensszenario durch Erderwärmung     16.01.20

 

 Wissenschaftler aus mehreren Ländern schlagen Alarm. Die Weltmeere waren 2019 so warm wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Zudem beschleunige sich die Erwärmung der Ozeane durch den Klimawandel zusätzlich.

 Die Unternehmensberatung McKinsey hat die Auswirkungen der Erderwärmung auf die globale Wirtschaft untersucht. Die Auswirkungen des Klimawandels werden laut McKinsey einen erheblichen Einfluss auf die globale Wirtschaft haben

 

Ernteausfälle, weniger Fischfang, geringere Immobilienpreise. Der Unternehmensberater McKinsey hat einen Blick auf die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen der Erderwärmung geworfen - mit einem alarmierenden Ergebnis.

 

Das McKinsey Global Institute hat die sozioökonomischen Folgen des Klimawandels für 105 Staaten analysiert. Die Studie beleuchtet den Zeitraum der nächsten 30 Jahre. In dem Bericht warnen die Unternehmensberater von McKinsey vor den heftigen Auswirkungen auf die globale Wirtschaft. Zuerst hatte der „Spiegel“ über die Studie berichtet.

 

Deutschland sei laut des Berichts in geringerem Ausmaß vom Klimawandel betroffen als viele andere Regionen. Durch die Stellung als Exportnation sei Deutschland vor allem auf funktionierende Lieferketten angewiesen - durch Wetterextreme könne in Zukunft zum Beispiel allenfalls die Versorgung mit Halbleitern oder seltenen Erden gefährdet sein.

 

McKinsey ging in den Berechnungen von einem Szenario aus, in dem die Emissionen weltweit weiter steigen und keine Gegenmaßnahmen getroffen werden. Ein Beispiel für die gravierenden zukünftigen Folgen der Erderwärmung sei laut des Berichts Indien. Dort würde etwa die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes unter freiem Himmel erwirtschaftet. Da diese Arbeit durch steigende Hitze und Luftfeuchtigkeit immer unerträglicher werde, gehen die Experten von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um bis zu 4,5 Prozent aus.

 

Umsatzeinbußen von bis zu sechs Billionen Dollar pro Jahr

 

Doch auch global sei das eingeschränkte Arbeitspensum unter freiem Himmel ein großes Problem. Die Ausfälle, die dadurch entstünden, würden sich von aktuell 10 Prozent auf bis zu 20 Prozent im Jahr 2050 verdoppeln. Zudem würden laut der Berechnungen in 30 Jahren bis zu 1,2 Milliarden Menschen in Regionen leben, die von tödlichen Hitzewellen bedroht sind. In Landwirtschaft, Bergbau und Bauindustrie seien durch diese Extrembedingungen Umsatzeinbußen von bis zu sechs Billionen Dollar pro Jahr zu erwarten.

 

Auch andere Sektoren und Auswirkungen werden in dem McKinsey-Bericht untersucht. So könne der Wert von Immobilien im US-Bundesstaat Florida durch drohende Wirbelstürme und Flutwellen um bis zu 30 Prozent reduziert werden. Der Fischfang würde sich durch die Erwärmung der Ozeane bis zum Jahr 2050 um acht Prozent verringern - und die Lebensgrundlage von bis zu 800 Millionen Menschen gefährden.

 

Einige Bereiche und Regionen könnten im Gegensatz dazu sogar von der Erderwärmung profitieren. Anbieter von Klimaanlagen dürften sich laut des Berichts über eine größere Nachfrage freuen. Zudem würden in Russland, Kanada und in Teilen Nordeuropas die landwirtschaftlichen Erträge steigen.

 

 

Quelle: Die Welt

 

 

Mehr große Deals in 2019: Deutsche Start-Ups sammeln Rekordsumme von 6,2 Milliarden Euro ein                                          14.01.2020

 

Allein der Fernbusbetreiber Flixmobility soll im vergangenen Jahr 500 Millionen Euro frisches Kapital bei Investoren eingesammelt haben

Junge Unternehmen in Deutschland haben im vergangenen Jahr 6,2 Milliarden Euro frisches Geld von Investoren eingesammelt. Das sind 36 Prozent mehr als 2018 und so viel wie nie zuvor. Die Zahl der Finanzierungsrunden kletterte mit 10 Prozent deutlich moderater auf 704. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten "Start-up-Barometer Deutschland" der Unternehmensberater von EY hervor, das manger magazin vorliegt.

Kapital ist für junge Unternehmen existenziell. Denn zumeist schreiben sie noch keine Gewinne, benötigen aber Geld, um zu wachsen und ihrer Geschäftsidee zum Erfolg zu verhelfen. Das Problem: Die großen Summen in Deutschland investieren zumeist ausländische Kapitalgeber. Das Geld und das damit mögliche Wachstum sind zudem regional extrem ungleich verteilt.

Berlin - und dann lange nichts

Das meiste Geld strichen im vergangenen Jahr einmal mehr  Startups  in Berlin ein - nämlich 3,7 Milliarden Euro in 262 Finanzierungsrunden, ein Plus von 42 Prozent. Fast drei von fünf hierzulande in junge Firmen investierte Euros flossen damit in Start-ups in der Hauptstadt.

Die Dominanz Berlins ist bemerkenswert, denn vielleicht mit Ausnahme von Bayern (plus 93 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro) kommt dann lange nichts, liegen andere Regionen und Städte weit abgeschlagen.

Im größten Bundesland NRW etwa kletterten die Investitionen um überschaubare 10 Prozent auf 268 Millionen Euro. In Baden-Württemberg konnte sich das Investitionsvolumen zwar verdreifachen, blieb mit 209 Millionen Euro aber ebenfalls weit hinter Berlin und Bayern. Weniger Geld sammelten im vergangenen Jahr junge Unternehmen in Hamburg (minus 54 Prozent auf 254 Millionen Euro) und Hessen (minus 44 Prozent auf 73 Millionen Euro) ein.

Mobilitätsanbieter sammelten das meiste Geld ein

Für das starke Plus in Bayern sorgte vor allem der Mobilitätsanbieter Flixmobility. Der Flixbus-Betreiber soll laut Medienberichten in einer Finanzierungsrunde 500 Millionen Euro eingesammelt haben - die größte je an ein deutsches Start-up geflossene Summe. Das Berliner Reise-Start-up GetYourGuide kann auf eine 428-Millionen-Euro-Finanzierung in 2019 zurückblicken. Die Berliner Gebrauchtwagenplattform Frontier Car Group spielte 361 Millionen ein.

"Der Finanzierungsboom hält unvermindert an", stellt EY-Deutschland-Chef Hubert Barth fest und räumt zugleich ein: "Erneut sorgten vor allem einige sehr große Deals vornehmlich ausländischer Geldgeber für den Investitionsrekord." Immerhin hat sich die Anzahl der größeren Deals mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr auf 13 etwas mehr als verdoppelt.

Bei größeren und vor allem ganz großen Deals kommen die Geldgeber ganz überwiegend aus dem Ausland. "Hierzulande gibt es kaum Adressen, die Finanzierungen über 50 Millionen Euro anbieten", sagt Peter Barkow, Gründer des Analysehauses Barkow Consulting. Finanzstarke und zumeist international tätige Investoren aus den USA, Großbritannien sowie Asien seien insbesondere an sehr großen Transaktionen interessiert, sagt EY-Partner Peter Lennartz. Das liege auch daran, dass Start-ups in Europa niedriger bewertet seien als im Silicon Valley und der Einstieg entsprechend günstiger.

Mit Blick auf einzelne Branchen floss das meiste Geld mit 1,6 Milliarden Euro an junge Mobilitätsanbieter, vor allem bedingt durch die beiden Mega-Finanzierungen für FlixMobility und GetYourGuide. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das fast einer Vervierfachung.

Fintechs und Software-Unternehmen belegten im Branchenranking mit 1,3 und 1,2 Milliarden Euro die Plätze zwei und drei. Das Fintech-Segment konnte dabei sein Finanzierungsvolumen fast verdoppeln (95 Prozent), die Zahl der Finanzierungsrunden stieg hier um rund ein Viertel auf 67.

Der Fokus der Investoren verändert sich

Die Start-up-Szene habe sich im vergangenen Jahr weiter ausdifferenziert, während sich der Fokus der Investoren zugleich verändert habe, beobachtet Lennartz. Die EY-Experten sehen ein steigendes Interesse gerade an hochinnovativen Technologie-Geschäftsmodellen. "SaaS (Software as a Service), Analytics und Künstliche Intelligenz sind groß im Kommen und profitieren aktuell von hohen Bewertungen", so Lennartz. E-Commerce trete etwas in den Hintergrund, bleibe aber ein starkes Segment. Im Bereich Fintech wiederum werde sich im laufenden Jahr aufgrund eines Überangebotes an Anbietern "vermutlich eine Konsolidierung ergeben."

14.01.2020 Quelle: Manager Magazin

 

 

„Der Markt für Private Equity-Investments bleibt weiterhin hochinteressant“  14.01.2020

 

Das Rekordjahr 2018 hat sich am Private Equity-Markt 2019 nicht wiederholt – aber Experten erwarten für 2020 substanzielle Investitionen. Denn die Branche sitzt auf mehr als 1,5 Billionen US-Dollar an nicht-investiertem Kapital.

2018 war ein Rekordjahr für die Private Equity-Branche. Laut Bloomberg belief sich das weltweite Volumen von Private-Equity-Transaktionen auf knapp 495 Milliarden US-Dollar. 2019 hat sich dieser Trend etwas abgeschwächt – aber die Zahlen sind weiterhin auf einem sehr hohen Niveau: Bloomberg kommt für das abgelaufene Jahr auf ein Gesamtvolumen von 450 Milliarden US-Dollar. Dazu kommt: Die Branche sitzt auf mehr als 1,5 Billionen US-Dollar an nicht-investiertem Kapital, sogenanntem Dry Powder, laut dem Analysehaus Preqin eine Rekordsumme. Und dem „European Private Equity Outlook 2019“ der Unternehmensberatung Roland Berger zufolge rechnet knapp ein Drittel der befragten Beteiligungsexperten in Zukunft mit einer weiter wachsenden Zahl an M&A-Transaktionen mit Private-Equity-Beteiligung.

 

„Die Menschen haben aktuell ein gutes Gefühl in Bezug auf die wirtschaftlichen und geopolitischen Aussichten. Sie fühlen sich viel besser als noch vor einem Jahr", so Jason Thomas, weltweiter Forschungsleiter beim Private-Equity-Riesen Carlyle. Für ein sehr gutes Private Equity-Jahr sprechen laut einer Bloomberg-Analyse noch weitere Gründe: zum Beispiel die niedrigen Zinsen und die jahrelange schwache Performance von Hedgefonds. Dies habe die Anleger auf der Suche nach höheren Renditen zu Private Equity getrieben.

 

 Private Equity-Fonds seit langem renditestärkste Anlageklasse

 

Hinzu kommen die sehr guten Ergebnisse der Vorjahre. Spitzenfonds erzielten Renditen von über 20 Prozent pro Jahr. „Die Überrendite von Private-Equity-Anteilen gegenüber Aktien lag in der Vergangenheit bei rund fünf Prozent. Zudem ist die Rendite nicht direkt an den Aktienmarkt gebunden, der ja häufig durch psychologische Faktoren getrieben wird. Bei Private Equity hängt die Rendite insbesondere vom Erfolg des Unternehmens ab. Sehr wichtig dabei ist der Diversifikationseffekt, der durch die Hinzunahme einer weiteren Anlageklasse die Volatilität in einem Portfolio, dass zuvor nur aus Aktien bestand, sinken lässt“, sagt Moritz von Rhein, der beim digitalen Vermögensverwalter LIQID für Private Equity verantwortlich ist. Dazu kommt: Private Equity war laut unterschiedlichen wissenschaftlichen Studien in den vergangenen drei Jahrzehnten die renditestärkste Anlageklasse. Zwischen 1984 und 2008 übertraf Private Equity den amerikanischen Aktienindex S&P 500 im Durchschnitt um drei Prozent pro Jahr.

 

„Investoren rechnen in den kommenden Jahren mit ähnlichen Erträgen“, ergänzt von Rhein. So erwartet HQ Trust, das Multi Family Office der Familie Harald Quandt, eine Rendite von drei bis fünf Prozent über dem Aktienmarkt-Durchschnitt. Und zwar nach Kosten“, so der LIQID-Experte. LIQID bietet breit gestreute Investments in Top-Private-Equity-Fonds bereits ab 200.000 Euro an. LIQID kooperiert dabei eng mit HQ Trust und arbeitet mit einigen der bekanntesten Private Equity-Fondsanbietern der Welt zusammen. Im Fonds-Universum des Vermögensverwalters finden sich Partner wie The Carlyle Group, EQT, Permira und Cinven, die regelmäßig auch an sehr prominenten Transaktionen beteiligt sind und kontinuierlich überdurchschnittliche Ergebnisse aufweisen. Normalerweise sind diese Fonds nur für Anleger zugänglich, die mehrere Millionen Euro investieren.

 

 Manager suchen gezielte Spezialisierungen in Nischen

 

Der „2020 Global Private Equity Outlook“ der Wirtschaftskanzlei Dechert und der Plattform Mergermarket stellt heraus, dass Private-Equity-Manager neue Strategien entwickeln, unter anderem durch eine gezielte Spezialisierung: Sie suchen sich demzufolge Marktsegmente mit vergleichsweise weniger Wettbewerb, um dort anzulegen. Rund die Hälfte der Investoren haben der Umfrage zufolge ihre Wachstumsbeteiligungen ausgebaut und ziehen Partnerschaften mit strategischen Käufern in Betracht.

 

„Diversifizierte Private-Equity-Beteiligungen bieten gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine der wenigen Anlagemöglichkeiten mit einem attraktiven Chance-Risiko-Profil. Für Anleger, die bereits in Aktien, Anleihen und Immobilien investiert sind, bietet Private Equity eine interessante Ergänzung für Ihr Portfolio“, sagt Moritz von Rhein.

 

Quelle: Patrick Peters von Asset Allocation & Investment Strategien   14.01.2020